RS232-Schnittstellen-Test V1.0          (c) 02.08.1992 by Jrgen Meyer
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Der RS232-Schnittstellen-Test ist ein kleines Tool, mit dem leicht das
100%ige Funktionieren der seriellen Schnittstelle getestet werden kann.
Dieses Programm arbeitet nur mit der ST-kompatiblen RS232 zusammen,
es erfolgt allerdings keine Umschaltung durch das Programm. STE und TT
Besitzer mssen vor dem Start dieses Programmes mittels Kontrollfeld
die ST-kompatible Schnittstelle "Modem 1" ausgewhlt haben.

Damit der Test bzw. die Tests berhaupt arbeiten knnen, bentigt mensch
einen sogannnten "Loopback-Connector". Ein Modem als Gegenstelle langt
nicht aus!

Einen solchen Loopback-Connector kann man spielend einfach selbst in
nicht mal 2 Minuten zusammenbasteln. Man braucht lediglich einen SUB-D
Stecker, weibliche Ausfhrung, 25 Pins. Damit jener auch "griffest"
ist, sollte man zum Stecker auch ein SUB-D 25 Gehuse erwerben.


Die Stifte des Steckers sind immer nummeriert. Zwischen folgenden Stiften
mu eine Verbindung hergestellt werden:

   Pin 2  <---> Pin 3
   Pin 4  <---> Pin 5
   Pin 20 <---> Pin 8 und Pin 22


Das war's schon. Der Loopback-Connector wird nun auf den Anschlu fr
die serielle Schnittstelle gesteckt. Dann sollte man "RS232TST.TOS"
starten.

Das Programm fragt nochmal nach, ob der Loopback-Connector eingesteckt
ist. Hier kann man mit ESC abbrechen, ansonsten RETURN drcken.

Das Programm testet nun, ob die Verbindungen des Loopback-Connectors
auch ber die Rechner-IO-Signale gelesen werden knnen. Dazu werden
drei Kombinationen abwechselnd auf Low und High gesetzt, um zu testen,
um entsprechende Ausgangs- und Eingangs-Leitungen funktionieren.

Anschlieend wird getestet, ob die eigentlichen seriellen Kanle in
Ordnung sind. Dazu werden mit den Geschwindigkeiten 50, 150, 300, 600,
1200, 2400, 4800, 9600 und 19200 bps verschiedene Zufallsmuster gesendet.
Es wird geprft, ob diese Zeichen exakt so auch wieder ankommen.

Wird bei einem der Tests ein Fehler gefunden, so wird "ERROR" ausgegeben,
ansonsten "OK", wenn alles klar ist. Gibt das Programm zum Schlu aus
"RS232 ist in Ordnung", dann kann man davon ausgehen, auch keine Probleme
mit der RS232 zu haben. Sollte irgendwo ein Fehler ausgegeben werden,
kann folgende Checkliste zur Fehlersuche benutzt werden.

Der Test kann jederzeit durch Herausziehen des Loopback-Connectors
vorzeitig beendet werden. Ist der RING-Indicator bei Deinem Rechner
defekt, so wird dauernd angenommen, da Du den Loopback-Connector
herausgenommen hast.


1.) berprfe den Loopback-Connector. Eigentlich sollte man bei einer
    so einfachen Ltarbeit keine Fehler machen, aber ... es hat auch
    schon im Sommer geschneit.

2.) Tritt der Fehler bei den ersten drei Tests auf, so empfhielt es sich,
    da mensch sich einen "RS232-Tester" besorgt. Das ist ein kleiner
    Steckadapter, der dann zwischen Loopback-Connector und der Rechner-
    Buchse gesteckt wird. Die herkmmlichen Tester haben dabei zwei-
    farbige LED's, die bei Signal-Low Grn leuchten, und bei Signal-High
    Rot. Es gibt auch andere Ausfhrungen - also alles ohne Gewehr.

    Starte den Test nun erneut. Angenommen, der Fehler tritt bei "CTS-RTS"
    auf, dann achte auf die CTS-Lampe. Wenn diese abwechselnd an und aus
    geht, ist der betreffende Schaltkreis im Atari, um CTS zu steuern,
    jedenfalls in Ordnung. Die RTS-Lampe auf dem Tester sollte parallel
    zur CTS-Lampe an- und ausgehen, tut sie das nicht, ist Dein RS232-
    Tester breit oder Dein Loopback-Connector nicht korrekt. Ist dies
    auszuschlieen, so ist der RTS-Eingang in Deinem Atari kaputt.

    Gleiches gilt fr "DTR-DCD" und "DTR-Ring Indicator". Ist bei beiden
    Tests das Ergebnis "ERROR" und die DTR-Lampe wechselt Ihren Zustand
    nicht, so ist der DTR-Ausgang breit (ugs. fr 'defekt'). Tritt der
    Fehler nur bei "DTR-DCD" auf, die drei Lampen (DTR, DCD und Ring)
    leuchten aber gleichzeitig in derselben Farbe resp. zeigen denselben
    Pegel an, dann ist der DCD-Eingang defekt, andernfalls der Ring-
    Indicator, wenn ein Fehler nur bei "DTR-Ring Indicator" auftritt.

3.) Wird bei einem oder allen Speedtests ein Fehler ausgegeben, lt
    sich wiederum anhand eines RS232-Testers erkennen, ob die Sende-
    Leitung oder die Empfangsleitung breit ist. Flackert die Sende-LED
    (bezeichnet mit TD, TX oder TXD), so kann man davon ausgehen, da
    die RS232 im Atari senden kann. In diesem Fall gibt es zwei Mglich-
    keiten: Die Empfangsleitung RxD ist defekt oder aber "angeschlagen",
    d.h. es kommt zwar was an, aber nicht das, was gesendet wird. Leider
    kann es auch sein, da nichts Vernnftiges gesendet wird. Tja ...


Tips zur Fehlerbelegung:

Nun denn, zu wissen, wo der Fehler steckt, ist ja nett, aber evtl.
mchte man ihn auch beheben. Eine Warnung vorweg: War das bisherige
noch absolut trivial und von jedem zu schaffen, der zumindens wei,
wo die heie Seite beim Ltkolben ist, sind folgende Vorschlge nix
fr Gelegenheits-Blinkschaltungs-Bauer und Freaks, die sich soeben
Papi's 200 Watt Brenner geliehen haben, mit dem er zuletzt die Dach-
rinnen geltet hat. Im Zweifelsfalle lieber jemanden fragen, der in
diesem Gebiet versiert ist. Ich bernehme keine Verantwortung fr
breite Rechner durch unsachgeme Reparatur-Versuche!

1.) Tritt ein Fehler nur bei den ersten drei Tests auf, so sind es
    in 50% aller Flle die Spannungswandler fr TTL <--> RS232-Pegel.
    Diese sind im Rechner meist Nhe der RS232 zu finden und tragen
    die Bezeichnung "1488" und "1489". Da diese Steinchen billig sind,
    empfehle ich fr Schaltplan-Lose einfach mal prophylaktisches
    Austauschen der Chips (bitte sockeln, Leute ... die 20 Pf fallen
    wirklich nicht auf!). Die, die die volle Ahnung vor sich hinschieben,
    wissen nun eh, was man sonst machen kann, bevor man beide Chips aus-
    tauscht, aber jene Freaks brauchen diesen Text sowieso nicht.

    Wenn Du die neuen Chips eingesetzt hast, lasse den Test erneut
    laufen. Wenn dies Dein Tag ist, gibt es nun keine Fehler mehr.
    Rechner zu, heile RS232.
    Wenn nicht ... dann: Hast Du erkannt, da der Fehler darin liegt,
    da RTS und/oder DTR vom Rechner nicht angesteuert werden, kanns
    nur noch am Rauschgenerator h SoundChip liegen (YM-2149). Diesen
    mut Du dann wohl oder bel austauschen.
    Kommt hingegen CTS, DCD oder der Ring-Indicator nicht an, ist
    vermutlich der betreffende Eingang im MFP-Port A defekt. Also:
    MFP 68901 tauschen.

2.) Wird hingegen nur ein Fehler bei einem oder allen Speedtests
    angezeigt, so kanns nur noch am MFP liegen, solltest Du die
    1488 und 1489 schon ausgewechselt haben. Tritt der Fehler allerdings
    nur bei einer sehr niedrigen Geschwindigkeit auf, so knnte auch
    der Quarz fr die MFP-Timer einen Knacks haben. Der Fehler sollte
    sich dann bei lngerem Betrieb des Rechners erst zeigen. Der Quarz
    sitzt immer in unmittelbarer Nhe des MFP und hat eine Frequenz
    von 2,4576 MHz.

Hat das alles nix gebracht, dann ist in Deiner Kiste der Wurm drin.
Hier empfiehlt es sich dann, einen fhigen Atarianer aufzusuchen, der
die verschlungenen Leiterbahnen des ST kennt.

MfG. Jrgen Meyer


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