3.3	Rasterbilddateien (.IMG, XIMG, .IFF)
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Das   GEM-Image-Format	 (.IMG)   zeichnet  sich  durch  seine	groe
Flexibilitt  und  darauf beruhende Portabilitt aus. Im Gegensatz zu
den  anderen  auf  dem	ST verwendeten Grafikformaten ist es weder an
irgendeine  Bildschirm-  noch  an  eine Farbauflsung gebunden. Diese
variablen  Parameter  sind u.a. im Kopf einer IMG-Datei festgehalten.
Eine  IMG-Datei  liegt	immer  im  MOTOROLA-Format  vor, so da unter
MS-DOS	eine  entsprechende  Anpassung beim Laden und Speichern ntig
ist.  Fr nhere Informationen empfehle ich wieder das GEM-Profi-Buch
von Gei/Gei.

Mit  1st  Guide  knnen Sie nun bei entsprechender Gerte-Ausstattung
die  volle  Farbenpracht  nahezu beliebig groer IMG-Bilder genieen.
Zwei Besonderheiten gilt es hier zu beachten.

Die  erste Besonderheit ergibt sich einfach aus der Tatsache, da die
Anzahl	der  Farbebenen,  aus  denen  sich  die  Anzahl der mglichen
Farbindizes   ergibt,  bei  der  IMG-Datei  und  dem  angeschlossenen
Bildschirm  nicht  bereinzustimmen  brauchen.	Eine IMG-Grafik mit 4
Farbebenen   (16   Farbindizes)   kann	auf  einem  Monochrom-Monitor
schwerlich  ihre  Farbenpracht	zeigen.  Umgekehrt kann man aus einer
monochromen  Grafik  auch beim buntesten Farbmonitor nicht mehr als 2
Farben herbeizaubern.

Es  sind  nun  2  Ausnahmeflle  zu unterscheiden. Ist die Anzahl der
IMG-Farbebenen	kleiner  als  die  des	Bildschirms,  so  werden  die
fehlenden  Ebenen  so  erweitert,  da die resultierenden Farbindizes
einander  entsprechen.	Im  umgekehrten  Fall werden die berzhligen
Farbebenen     einfach	   zyklisch    den   vorhandenen   berlagert
("transparente	Darstellung").	Dies  ist  eine  einfache, aber wenig
effektvolle  Methode,  da  so  auf  einem Monochrommonitor alles, was
nicht  wei ist, schwarz dargestellt wird. Aus diesem Grunde kann 1st
Guide  Farbgrafiken  auch  als	monochrome Grauraster darstellen. Die
Grafik	wird dazu beim Einlesen "gedithert". Die Dither-Routine kommt
gegenwrtig mit bis zu 12 Farbebenen (entspricht 4096 Farben) klar.

Das  Dithering	dauert auf einem normalen ST bei einem 320 * 200 Bild
mit  16 Farben (niedrige ST-Standardauflsung) etwa 4 Sekunden, wofr
man  aber  mit	einem  sehr ansprechend aussehenden Bild belohnt wird
(Beispiel:   AAFALL.IMGAAFALL.IMG).   Sinnvoll   ist   das  Dithering  brigens
eigentlich   nur,   wenn   die	Palette-Informationen  in  der	Datei
verfgbar  sind  (siehe  unten),  sonst wird von der Standard-Palette
ausgegangen.

Beim  ffnen  des  Fensters  nach dem Einlesen wird das Bild zunchst
(nach	Mglichkeit)   in  geditherter	Form  dargestellt.  Da	diese
Darstellung  grundstzlich  mono-(duo-)chrom  ist,  kann man auch auf
transparente  Darstellung umschalten, wo eventuell noch einige Farben
zu  sehen  sind  (z.B.	wenn  ein  16-Farben-Bild  in  der  mittleren
ST-Standardauflsung mit 4 Farben dargestellt wird).

Kommen	 wir   nun   zur   zweiten  Besonderheit.  Sie	betrifft  die
Untersttzung	des   im  GEM-Profi-Buch  von  Gei/Gei  definierten
erweiterten   IMG-Formats,   des   sogenannten	 XIMG-Formats.	Diese
Erweiterung   erlaubt	die   Abspeicherung   der   den   Farbindizes
zugeordneten	    Farbpalette-Werten,        die	erst	 eine
Echtfarben-Darstellung	einer IMG-Grafik mglich macht. Dazu wird die
Tatsache  ausgenutzt,  da  der  IMG-Header  von Digital Research mit
variabler  Lnge  definiert wurde. Beim XIMG-Format wird der Kopf nun
um   eine   Liste  der	den  Farbindizes  zugeordneten	Palette-Werte
erweitert.  Anwendungen,  die  das  IMG-Format untersttzen, aber das
XIMG-Format   nicht  kennen,  mssten  bei  korrekter  Programmierung
trotzdem  mit  der  Grafik  arbeiten knnen. Mit 1st Guide knnen Sie
nun  jede  IMG-Datei in eine entsprechende XIMG-Datei verwandeln, und
damit  eine  entsprechende Farbpaletten-Einstellung sichern, die dann
wieder	 rekonstruierbar  ist.	Dazu  dient  der  unterste  Punkt  im
Klick-Popup-Men.  Damit  wird die aktuelle Farbpaletten-Einstellung,
die  Sie  z.B.	mit  dem Atari-Kontrollfeld vorgenommen haben, in der
IMG-Datei   verewigt.	Wird   beim   Einlesen	einer  IMG-Datei  das
XIMG-Format   erkannt,	 so   knnen  Sie  mit	dem  Popup-Men-Punkt
"Original"  die  zugehrige  Farbpalette  aktivieren. Die Einstellung
wird  nicht  sofort nach dem Einlesen vorgenommen, da diese immer auf
den  ganzen Bildschirm wirkt und nicht lokal auf ein Fenster begrenzt
werden	kann.  Die  ursprngliche  Farbpalette wird dann anstelle der
eingelesenen  im  Speicher  gesichert,	damit  sie anschlieend durch
Anwahl	des Punktes "Standard" wiederhergestellt werden kann. Ist der
Punkt  "Original"  nach  dem  Einlesen	einer  IMG-Datei gesperrt, so
handelt es sich nicht um ein XIMG-Format.

Die  Grafik  COLORS.IMGCOLORS.IMG  liegt  im XIMG-Format vor und zeigt Ihnen im
16-Farben-Modus     die    von	 Digital   Research   vorgeschlagenen
Standardfarben	mit  den  entsprechenden  Bezeichnungen, wenn Sie die
Original-Einstellung anwhlen.

Leider	gibt  es  gegenwrtig  zwei verschiedene Interpretationen des
XIMG-Formats,  was  die  Reihenfolge  der abgespeicherten Farbindizes
betrifft.  1stGuide-Versionen  vor  Dec  23  1991  sowie  GEMVIEW bis
Version   1.0.4   haben   die	Farben	 in   der   Reihenfolge   der
VDI-Farbindizes  abgespeichert,  neuere  Versionen  beider  Programme
speichern  die Farben in der Reihenfolge der Plane-Indizes, da nur so
eine	korrekte   Zuordnung   der   Farben   auch   in   niedrigeren
Farbauflsungen  (Monochrom)  gesichert  ist.  Die  Zuordnung  zu den
VDI-Farbindizes  wird  erst  zur  Programmlaufzeit  vorgenommen  (mit
Hilfe der Funktion v_get_pixel).

Um  auch  ltere  XIMG-Dateien	weiterverarbeiten zu knnen, kann man
1stGuide  auch dazu veranlassen, die alte Interpretation vorzunehmen.
Dies  geschieht  durch	Gedrckthalten	der  rechten  Shifttaste beim
Einladen  bzw.	bei  Sicherung	der  Farbpalette. Dadurch knnen auch
beliebige  Konvertierungen  von  der einen zur anderen Interpretation
durchgefhrt werden.

Schlielich  mchte  ich  noch	bemerken,  da die Grafiken eventuell
verzerrt  auf  dem  Bildschirm erscheinen knnen, da die Parameter im
Kopf,  die die originalen Pixelmae angeben, (noch) nicht ausgewertet
werden.  Der  TIGER.IMGTIGER.IMG  erscheint  z.B.  im  Monochrom-Modus  des ST
vertikal  gestaucht, da er in einer Auflsung erstellt wurde, die der
mittleren Auflsung des ST entspricht (doppelt so hohe Punkte).

Neben	dem   GEM-Image-Format	 untersttzt   1st   Guide  auch  das
ursprnglich  auf  dem	Commodore AMIGA eingefhrte "Interchange File
Format"   (.IFF).   Dieses   ist   in  seiner  Flexibilitt  mit  dem
.IMG-Format  vergleichbar,  wobei sich neben Bitmaps auch noch andere
Daten	wie   zum   Beispiel   Sounds  speichern  lassen.  1st	Guide
untersttzt   hier   das  standardmige  "ILBM"-Format  (Interleaved
Bitmaps).   Auerdem   erlaubt	 das   IFF-Format  standardmig  die
Abspeicherung  von  Farbpaletten, deren Manipulation hnlich wie beim
IMG-Format  mit  1st  Guide  mglich  ist. Ein monochromes (richtiger
duochromes) IFF-Bild knnen Sie mit AUGEN_2.IFFAUGEN_2.IFF betrachten.

Wer  jetzt  verlangt,  ich  solle  doch  auch die diversen auf dem ST
(leider  noch)	verbreiteten  Formate wie SCREEN, DEGAS, STAD und Co.
untersttzen,  stt  bei  mir auf taube Ohren. Hier verweise ich auf
entsprechende	Konvertierungsprogramme   (z.B.  GEMVIEW  von  Dieter
Fiebelkorn  -  ein  bemerkenswertes  Programm,	das eine Vielzahl von
Bildformaten  in das allumfassende XIMG-Format wandeln kann und dabei
auch   Farben	in  Grauraster	umrechnet!).  Ein  Format  mu	schon
mindestens  die  Flexibilitt  des IMG- bzw. IFF-Formats besitzen, um
von 1st Guide bercksichtigt zu werden.
