SCSIConfig ------------- Mittels SCSIConfig können Sie SCSI-Geräte, wie Festplatten oder Wechselplatten, formatieren, partitionieren und so dem System zur Verfügung stellen. SCSIConfig wird durch einen Doppelklick auf das entsprechende Icon gestartet. Welche Möglichkeiten zur persönlichen Konfiguration Ihres Systems zur Verfügung stehen, wird nachfolgend im Einzelnen erläutert. Das Einbinden bereits am Amiga an anderen Controllern betriebener Festplatten ohne Datenverlust wird in einem einzelnen Abschnitt beschrieben. Wenn Sie bereits am Amiga verwendete Platten nutzen möchten, lesen Sie bitte unbedingt diesen Abschnitt, bevor Sie irgendwelche Experimente durchführen. Statt SCSIConfig kann auch das Programm HDToolbox von Commodore verwendet werden, das mit dem AMIGA 4000 geliefert wird. Dies ist vor allem sinnvoll, wenn SCSIConfig die Partitionen einer bereits an einem anderen Rechner RDB- formatierten Festplatte nicht erkennt (bitte beachten Sie die Schritt-für-Schritt Anleitung am Ende der Beschreibung von SCSIConfig). Da die HDToolbox allerdings als Voreinstellung die am internen AT-Controller angeschlossenen Geräte erkennt, muß das Programm über das CLI mit der Eingabe 1> hdtoolbox DEVICENAME gestartet werden, da nur so angeschlossene Platten an anderen Devices als dem 'scsi.device' ansprechen soll. Sowohl SCSIConfig als auch HDToolbox sind Programme, die zur Formatierung von Festplatten oder anderen SCSI-Geräten dienen. Eine Formatierung bedeutet einen vollständigen Datenverlust, weshalb Sie mit diesen Programmen vorsichtig umgehen und keine unnötigen Experimente veranstalten sollten. Achten Sie stets darauf, daß Sie das gewünschte SCSI-Gerät selektiert haben, bevor Sie destruktive Maßnahmen wie Neuformatieren oder Partitionierung durchführen. Wenn Sie Festplatten anschließen wollen, die Sie bereits an einem anderen Controller im Betrieb haben, und auf denen sich Daten befinden, raten wir dringend, VOR Ausbau aus dem alten System ein Sicherungs-Backup der Festplatte zu erstellen. Jeder Neuanschluß einer bereits betriebenen Festplatte birgt das - wenn auch noch so geringe - Risiko eines Datenverlustes durch Fehler bei Installation oder Inbetriebnahme in sich. Sollte ggfs. ein Backup auf Diskette wegen großer Datenmenge zu langwierig erscheinen, so fragen Sie Ihren Fachhändler, ob er für Sie die Sicherung durchführen kann oder ob Sie einen Streamer, evtl. gegen eine geringe Gebühr, ausleihen können. Wir weisen darauf hin, daß wir keinerlei Gewährleistung für Datenverluste auf bereits vor dem Anschluß an unserem SCSI-Controller benutzten Festplatten oder SCSI- Geräten übernehmen. Weiterführende Informationen SCSIConfig wird mit einem Doppelklick auf das SCSIConfig-Icon gestartet, worauf sich folgendes Hauptfenster öffnet: In diesem Fenster befinden sich die beiden einzigen wirklich "gefährlichen" und immer mit Vorsicht zu handhabenden Gadgets, auf die wir daher gleich hier eingangs hinweisen: "Save Changes" und "LowLevelFormat". Alle Änderungen, die Sie in einem der anderen Fenster an den Einstellungen vornehmen, werden erst durch "Save Changes" auf die Platte geschrieben. Wenn Sie Partitionsdaten oder Laufwerksdaten verändert haben, gehen die alten Einstellungen durch das Schreiben der neuen Werte auf das Laufwerk endgültig verloren. In vielen Fällen bewirkt das Ändern dieser Daten den Verlust aller auf den betroffenen Partitionen gespeicherter Dateien oder der Partitionen an sich. Die Funktion "LowLevelFormat" bewirkt das physikalische Formatieren des Laufwerks. Bei Ausführung dieses Befehls gehen alle auf dem Laufwerk gespeicherten Daten verloren. Für nahezu alle SCSI-Festplatten gilt, daß sie nicht mehr vom Anwender Low-Level-formatiert werden müssen, da diese Platten bereits vom Hersteller physikalisch formatiert sind. Im allgemeinen ist es lediglich bei neuen Medien für Wechselplatten nötig, diese physikalisch zu formatieren. Da die beiden Funktionen "LowLevelFormat" und "SaveChanges" wie beschrieben destruktiv wirken können, sind beide gegen versehentliche Betätigungen mittels einer doppelten Sicherheitsabfrage geschützt. Sie können in diesen Requestern den bereits gestarteteten Vorgang mittels CANCEL wieder abbrechen. Bei Bestätigen durch Anklicken von OK in der zweiten Sicherheitsabfrage wird die Funktion unweigerlich ausgeführt. Nun aber weiter mit der Beschreibung von SCSIConfig. Im oberen Teil des Fensters befinden sich zwei Listen. Auf der rechten Seite bekommen Sie alle in Ihrem System installierten SCSI-Controller angezeigt, während auf der linken Seite alle am ausgewählten Controller angeschlossenen Geräte gelistet werden. Mit den Gadgets im unteren Teil des Fensters können Sie diverse Aktionen auslösen, bzw. weitere Fenster öffnen. Die Aktionen, die durch diese Gadgets ausgelöst werden, beziehen sich immer auf das im oberen Teil ausgewählte Gerät. Um ein Gerät auszuwählen, klicken Sie mit der Maus einmal auf die entsprechende Bezeichnung. Die Bezeichnung des ausgewählten Geräts wird dann farbig hinterlegt. Wenn Sie das gewünschte Gerät ausgewählt haben, können Sie die verschiedenen Funktionen, die nachfolgend beschrieben werden, auf das Gerät anwenden. Beachten Sie bitte, daß nicht alle Funktionen auf alle Geräte anwendbar sind; so kann beispielsweise ein CD-ROM nicht in ConfigDrive neu konfiguriert werden. SCSIConfig gibt in einem solchen Fall eine entsprechende Meldung aus. Die zur Verfügung stehenden Gadgets sind: Config Drive Im ConfigDrive-Fenster, das Sie über Betätigen des ConfigDrive-Gadgets erreichen, teilen Sie dem System die Plattendaten mit. Theoretisch können Sie hier alle Werte aus dem Datenblatt Ihrer Festplatte übernehmen und manuell in die entsprechenden Felder eintragen. Dies muß natürlich nicht sein. Um Ihnen die Arbeit zu erleichtern und Fehler zu vermeiden, wurde das Gadget Reload Geometry implementiert. Wenn Sie auf dieses Gadget klicken, werden die Platten-daten gelesen und das Programm ermittelt eine passende Geometrie. Dieses Verfahren empfiehlt sich bei Platten, die vorher nicht am Amiga genutzt wurden. Die vom Programm ermittelten Werte werden dann in die entsprechenden Felder eingetragen. Unter Umständen weichen die Werte, die von SCSIConfig dabei ermittelt werden, von den Angaben im Datenblatt des betreffenden SCSI-Geräts ab. Dies ist normal, da SCSI-Geräte "intelligente" Geräte sind und die Parameter automatisch korrekt umsetzen. Sie brauchen und dürfen also keine Werte, die über Reload Geometry gelesen werden, verändern, da Sie sonst das treiberinterne Format-Management manipulieren. Verwenden Sie Reload Geometrie nicht bei Platten, die schon am Amiga benutzt wurden, da diese auf die im RDB definierte Geometrie festgelegt sind. Wird diese Geometrie durch Reload Geometry verändert, führt dies zu vollständigem Datenverlust. Wenn Sie eine am Amiga bereits formatierte Platte verwenden wollen, die sich nicht automatisch einbinden läßt, müssen Sie mittels Reload RDB die bereits im RDB festgelegt Geometrie verwenden. Mit Reload RDB können Sie die Plattendaten, die im Rigid Disk Block gespeichert sind, neu laden. Dies ist sinnvoll, wenn Sie Änderungen an den Einträgen vorgenommen haben und diese rückgängig machen wollen, oder für das Einbinden bereits am Amiga formatierter Festplatten, deren RDB nicht korrekt erkannt wird. Letzteres kann bei älteren RDBs der Fall sein, bei denen zwar die wichtigsten Angaben korrekt sind, aber trotzdem nicht alle Informationen zum automatischen Einbinden der Platten unter AMIGA-DOS 3.0 vorhanden sind. Über das Einlesen mit Reload RDB und erneute Schreiben des RDB über Save Changes OHNE Veränderungen an den Größeneinstellungen können diese Daten auf den neuesten Stand gebracht werden. Diese Prozedur ist dann anzuwenden, wenn eine vorher bereits RDB-formatierte Festplatte nicht automatisch erkannt wird. Die Gadgets Load Device und Delete Device werden benutzt, um Updates des Gerätetreibers einzuspielen. Wenn phase 5 einen neuen Treiber veröffentlicht, wird diesem eine gesonderte Anleitung zur Verwendung dieser Gadgets beiliegen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind diese beiden Gadgets nicht benutzbar. Die beiden Checkboxen Synchron und Reselection ermöglichen, für eine Festplatte oder ein anderes SCSI-Gerät festzulegen, daß das betreffende Gerät beim Systemstart automatisch in den Synchron- bzw- Reselection-Betrieb geschaltet wird. Sie können diese Einstellungen verändern und im Hauptfenster die Änderungen speichern, ohne daß vorhandene Daten verloren gehen. Über Sinn und Vor- bzw. Nachteile der einzelnen Betriebsmodi lesen Sie bitte auch die Beschreibung von UnitControl. *** Information Dieses Gadget dient zum Abruf verschiedener Gerätedaten und der Einstellungen für dieses Gerät. Auf der rechten Seite befindet sich ein Auswahlfenster, mit dem Sie die Art der anzuzeigenden Information (den sogenannten ModeSense-Pages) auswählen können. Da nicht alle SCSI-Geräte auf eine Abfrage die gleichen Werte zurückgeben, ist es vom Gerät abhängig, welche Informationen Ihnen hier angeboten werden. Bei Auswahl eines Informationstitels werden im linken Teil die entsprechenden Parameter angezeigt. Sie können hier keine Daten verändern. Die ausgegeben Informationen sind i.A. nur für Spezialisten von Interesse, und finden im täglichen Betrieb der Geräte keine weitere Anwendung. *** LowLevelFormat Hiermit lösen Sie das physikalische Formatieren des ausgewählten Geräts aus. Da diese Operation unweigerlich alle auf dem Gerät gespeicherten Daten inklusive den Partitionsinformationen löscht, erfolgen vor der Ausführung dieser Operation zwei Sicherheitsabfragen. Sie können die Ausführung des Low-Level-Format mittels Betätigen des CANCEL-Gadgets abbrechen. Ein Low- Level-Format kann, abhängig von Typ, Größe und Geschwindigkeit der Festplatte bzw. des SCSI-Geräts, extrem lange dauern; Formatierungszeiten von mehreren Stunden sind durchaus nicht auszuschließen. Wie bereits erwähnt, ist ein Low-Level-Format bei Festplatten im Allgemeinen nicht nötig; häufiger ist dies bei Wechselplatten oder optischen Disks notwendig. Bei Unterbrechung des Low-Level-Formats können die Daten des Laufwerks so gestört werden, daß Sie es nicht mehr ansprechen können. Die internen Verwaltungsdaten der Platte können durch den Abbruch des Low-Level-Formats zerstört werden, so daß die Platte auf keinerlei SCSI Befehle mehr reagiert oder total unsinnige Werte zurückliefert. Unterbrechen Sie daher ein Low- Level-Format NIEMALS durch Systemreset oder andere Maßnahmen. Wir weisen an dieser Stelle nochmals darauf hin, daß ein Low-Level-Format eine absolut destruktive Maßnahme ist, die zu unweigerlichem und vollständigen Datenverlust führt. Wenden Sie Low-Level-Format ausschließlich auf absolut neue oder mit Sicherheit keine Daten beinhaltende SCSI-Geräte an. *** Partition Drive Mit Partition Drive können Sie dem System mitteilen, wie die logischen Laufwerke (Partitionen) auf einer Platte angelegt werden sollen. Bei kleinen Platten oder Wechselmedien macht es wenig Sinn, diese noch zu unterteilen. Bei größeren Platten kann es durchaus sinnvoll sein, mehrere logische Laufwerke einzurichten. Es kann z.B. auch von Vorteil sein, eine Platte so zu unterteilen, daß eine Partition nur Daten eines bestimmten Typs enthält, wenn diese Daten sehr oft geschrieben und geändert werden. Weiterhin können einzelne Partitionen mit unterschiedlichen Filesystemen betrieben werden, was auch im Partitionsmenu festgelegt werden kann. Ein Filesystem stellt die Kommunikation zwischen dem Gerätetreiber und dem Betriebssystem her. Es setzt die dateiorientierten Befehle des Betriebssystems in die blockorientierten Befehle für den Treiber um. Gängige Anwendungen für unterschiedliche Filesysteme sind z.B. das PC-kompatible Cross-DOS- Filesystem oder spezielle Filesysteme von Emulatoren. Für allgemeine AMIGA- Anwendungen empfiehlt es sich allerdings generell, das FFS (Fast File System) zu verwenden. Im linken Teil des Fensters sehen Sie die auf dem ausgewählten Gerät eingerichteten Partitionen und auf der rechten Seite die verfügbaren Filesysteme. Unter jeder der Auswahllisten existiert jeweils ein Gadget zum Anlegen eines neuen Eintrags (Add Partition bzw. Add Filesystem) und eines zum Löschen (Delete Partition bzw. Delete Filesystem) des ausgewählten Eintrags. Sie können einen beliebigen Eintrag bearbeiten, indem Sie einen Doppelklick darauf durchführen. Beim erstmaligen Einrichten einer Platte, die vorher noch nicht RDB- formatiert war, wird von SCSIConfig automatisch eine Partition mit dem Namen "QDH0" erzeugt, die die ganze Platte umfaßt. Wenn Sie mehrere Partitionen erzeugen wollen, müssen Sie diese Partition verändern, indem Sie im Partitionsfenster wahlweise den Wert für End Cyl., Total Cyl. oder MBytes verkleinern. Verlassen Sie das Partitionsfenster dann mit OK, so können Sie durch Betätigen des Add Partition-Gadgets eine weitere Partition erzeugen, die automatisch den gesamten noch freien Platz auf der Festplatte einnimmt. Natürlich können Sie auch diese wieder verkleinern, um eine weitere Partition zu erzeugen, und so weiter. Auf diese Art und Weise könne Sie beliebig viele Partitionen erzeugen. Zwei Hinweise zum Partitionieren: Zum einen beachten Sie bitte, daß je nach Wahl der Buffergrößen jede Partion eine gewisse Menge des Hauptspeichers verbraucht; zu viele Partitionen, speziell mit großen Buffern, können daher den verfügbaren Speicher deutlich einschränken. Zum anderen ist zu beachten, daß die Partitionen, die in Hinsicht auf die belegten Spuren "weiter unten liegen", im allgemeinen aus Gründen der Festplattentechnik schneller sind. Als Beispiel: Wird eine Platte mit 100000 Cylindern in zwei Partitionen unterteilt, so ist zu erwarten, daß die Partition, die von Spur 2 bis Spur 50000 reicht, schneller ist als die Partition von Spur 50001 bis 99999. Dieser Geschwindigkeitsunterschied kann zwischen den äußersten und den innersten Spuren einer Festplatte durchaus bis zu 50% und mehr betragen. Eine gängige Praxis ist es, die unterste Partition bootfähig und zur Systempartition zu machen. Da dies aber nicht zwingend notwendig ist, sollten Sie Ihre Entscheidung davon abhängig machen, auf welche Daten Sie den schnellsten Zugriff haben wollen. Z.B. kann es durchaus sinnvoll sein, die Systempartition mit dem Multimediaprogramm, das nur einmal geladen wird, nach innen zu legen, und die Animationsdaten, die dauernd schnell abgespielt werden sollen, außen liegen zu haben. *** Das Partitionsfenster Im oberen Teil des Fensters befinden sich die Eingabefenster für die Partitionsdaten und im unteren Teil werden die Daten der weiteren Partitionen der ausgewählten Platte angezeigt. Die zur Verfügung stehenden Eingabefelder werden im folgenden einzeln erläutert. *** Name Der Name, unter der die Partition angesprochen werden kann. Es handelt sich hierbei um den Devicenamen, nicht um den Volumenamen. Zum Vergleich: der Devicename des Floppylaufwerks ist immer "df0:", der Volumename ist abhängig von der eingelegten Diskette und kann mit dem AMIGA-DOS-Befehl "relabel" oder über die Workbench geändert werden. Als Voreinstellung bei neuen Platten wird hier "QDH0" eingesetzt. Solange dieser Name nicht bereits einer anderen vorhandenen Platte vergeben ist, besteht kein Grund, ihn zu verändern. Bitte beachten Sie, daß doppelt vorhandene Namen zu Systemkonflikten und in Folge zu Datenverlusten führen können. *** Start Cyl. Dieser Wert gibt den Beginn der Partition auf der Platte an. Da die untersten Spuren (Cylinder) einer Festplatte (meistens zwei) für den RDB benötigt werden, kann dieser Wert niemals null sein. *** End Cyl. Dieser Wert gibt das Ende der Partition auf der Platte an. *** Total Cyl. Dieser Wert gibt die Gesamtanzahl der Spuren, die die Partition umfaßt, an. *** MBytes Dieser Wert gibt die Größe der Partition in Megabyte an. Die obigen vier Felder beeinflussen sich gegenseitig. Bei einer Eingabe in eines der Felder werden die restlichen automatisch neu berechnet. Am sinnvollsten ist es beim Partitioniren sicherlich, die Größe der Partitionen über das MBytes-Feld zu verändern. SCSIConfig berechnet dann automatisch korrekte Spurgrenzen für die Partitionen. *** Identifier Der Bereich für Identifier gliedert sich in ein Gadget und ein Eingabefeld. Mit dem Gadget können Sie den Identifier des für die Partition zu verwendenden Filesystems wählen. Soweit eine Partition, wie sicherlich in den meisten Fällen, unter AMIGA-DOS genutzt werden soll, sollte immer nur das voreingestellte FFS (Fast File System) gewählt werden. Als vordefinierte Identifier stehen OFS, FFS, OFS Int, FFS Int, DCFS, DCFS Int, MSODS0, MSDOS1 und Custom zur Verfügung. Bis auf Custom haben alle Filesysteme einen festgelegten Identifier-Wert, den Sie nicht manipulieren können. Wenn Sie ein neues Filesystem über die Funktion Add Filesystem eingebunden haben, können Sie diesem Filesystem im Filesystem-Fenster einen Identifier zuweisen. Das betreffende Filesystem wird dann automatisch gestartet, und Partitionen, die diesen Identifier eingetragen haben, werden mit dem betreffenden Filesystem betrieben. Bitte lesen Sie hierzu auch unter "Filesysteme und das Filesystem-Fenster". *** BlockSize Über dieses Cycle-Gadget kann eine unterschiedliche Blockgröße als 512 Byte für die betreffende Partition gewählt werden. Diese Einstellung verändert die interne Blockgröße des SCSI-Treibers, nicht die physikalische Blockgröße der Festplatte. Eine Vergrößerung der Blockgröße kann je nach Festplatte Geschwindigkeitsvorteile, speziell beim Laden und Speichern kleiner Dateien, bewirken. *** Mask Dieser Wert gibt an, auf welche Bereiche des Speichers der Controller direkt zugreifen kann. Da der Controller den gesamten Adressbereich des Prozessors direkt ansprechen kann und eine Übertragung immer auf Langwortgrenzen ausgerichtet sein sollte, sollte der von SCSIConfig voreingestellte Wert "0xFFFFFFFC" nicht verändert werden, da sonst große Leistungseinbußen zu erwarten sind. *** MaxTransfer Dieser Wert begrenzt die maximal zulässige Datenmenge, die in einer Blockoperation übertragen werden kann. Auch hier sollte man vom voreingestellten Wert "0xFFFFFF" nicht abweichen. Wenn RDB-formatierte Festplatten von anderen AMIGA-Controllern übernommen werden, ist es sehr wahrscheinlich, daß der Mask-Wert nicht korrekt für optimalen Zorro-III-Betrieb eingestellt ist (im allgemeinen auf "0xFFFFFE"), was zu erheblichen Leistungseinbußen führt. In diesem Fall muß der MASK-Wert der bestehenden Partition auf die oben angegebenen "0xFFFFFFFC" geändert werden. Achten Sie allerdings darauf, daß AUSSCHLIESSLICH der Mask- und der MaxTransfer-Wert verändert werden, da eine Veränderung anderer Partitionsangaben zum Verlust aller Daten auf der Partition führen kann. *** Mount Bei eingeschalteter Checkbox wird die Partition beim Systemstart automatisch eingebunden, so daß auf der Workbench das zugehörige Icon erscheint. *** Boot Eine aktivierte Checkbox markiert die entsprechende Partition als bootbar (d.h., das System kan von dieser Partition gestartet werden). Von welcher Partition gebootet wird, ist von der Priorität abhängig. Es wird immer von dem Volume - Diskette oder Festplatte(npartition) - gebootet, das mit der höchsten Priorität angemeldet und verfügbar wurde. *** Priority Hier geben Sie die gewünschte Bootpriorität ein. *** Reserved Low Blocks *** Reserved High Blocks In diesen Feldern wird angegeben, wieviele Blöcke am Anfang bzw. am Ende der Partition nicht für Daten verwendet werden. Diese Werte sind bei den Standard-Amiga-Filesystemen "2" und "0", können jedoch bei anderen Filesystemen abweichen. Lesen Sie hierzu im Bedarfsfall in der Dokumentation zum Filesystem nach. *** Buffers Dieser Wert bestimmt, wieviele Blöcke im Speicher gehalten werden, um den Plattenzugriff zu beschleunigen. Bei allen Lese- oder Schreibzugriffe werden in diesen Buffern die Blöcke zwischengespeichert, so daß diese Blöcke bei einem erneuten Zugriff schneller zur Verfügung stehen. Die Voreinstellung der Buffer ist 32, was bei Partitionen bis ca. 100 MByte absolut ausreichend ist; bei größeren Partitionen kann es sinnvoll sein, die Buffer- Größen entsprechend zu erhöhen. Wenn eine Partition außerordentlich oft validiert, kann dies ein Hinweis auf zu kleine Buffer sein. *** Filesysteme und das Filesystem-Fenster über die Funktion Add Filesystem können andere als die im ROM des Rechners vorhandenen Filesysteme geladen werden. Beispiele dafür wären z.B. ein MS- DOS- kompatibles Filesystem oder das Filesystem eines Emulators. Nach dem Laden muß dem Filesystem ein interner Identifier zugewiesen werden; alle Partitionen, die diesen Identifier eingetragen haben, werden dann mit diesem Filesystem betrieben. Das Filesystem wird von SCSIConfig im RDB mit abgelegt, und vom (z3|cyb|1230|2060)scsi.device automatisch gestartet, wenn beim Systemstart eine Partionen eingebunden wird, die den betreffenden Identifier-Eintrag hat. Wenn Sie über Add Filesystem ein Filesystem geladen haben, öffnet sich automatisch das Filesystem-Fenster, in dem Sie verschiedene Zuweisungen tätigen können, wie nachfolgend beschrieben. *** Identifier Hier wählen Sie einen noch nicht von einem anderen Filesystem benutzten Identifier aus. Der Identifier ist die systeminterne Erkennung des Filesystems. Laden Sie z.B. ein MS-DOS- kompatibles Filesystem, so weisen Sie diesem Filesystem den Identifier MSDOS0 zu, und tragen den gleichen Identifier bei einer Partition ein, die mit diesem Filesystem betrieben werden soll. *** Version/Revision Diese Werte werden automatisch aus dem Filesystem entnommen. Wird mehr als einem Filesystem der gleiche Identifier zugewiesen, so wird automatisch das Filesystem mit dem höchsten Version.Revision-Wert verwendet. *** Stacksize Entnehmen Sie ggfs. den passenden Wert für das geladene Filesystem dessen Dokumentation. *** Priority Sollte immer 0 bleiben, da es sonst zu Problemen im Zusammenspiel mit anderen Filesystemen kommen kann. *** Patchflags Auch den hier eingetragenen Wert sollten Sie nicht verändern. *** Load FileSystem Mit Load FileSystem öffnen Sie den Dateirequester, mit dem Sie ein anderes Filesystem auswählen und einladen können, um den aktuellen Eintrag zu überschreiben. *** Save FileSystem Hiermit können Sie das im aktuellen Eintrag ausgewählte Filesystem auf Diskette oder Platte speichern. Dies ist sinnvoll, wenn Sie sich ein Backup erstellen wollen. *** Einbinden einer bereits am Amiga genutzten Platte In den meisten Fällen erkennt das System eine bereits formatierte Platte nach dem Anschließen, da mittlerweile fast alle auf dem Markt befindlichen SCSI-Controller den RDB unterstützen. Sollte Ihre Platte nicht erkannt werden, obwohl der alte Controller RDB-konform war, kann es sein, daß er den RDB in anderer Art und Weise als üblich erstellt hat. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, den alten RDB mit SCSIConfig zu lesen und erneut zu schreiben. Dazu dient die Funktion "Reload RDB" im ConfigDevice-Fenster. Verwenden Sie bei bereits vorher am AMIGA genutzten Platten, deren Daten Sie erhalten möchten, niemals den Befehl "Reload Geometry", da die logische Definition der Platte nicht zwingend mit der tatsächlichen physikalischen Definition übereinstimmen muß. Am Ende der Beschreibung von SCSIConfig finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einbinden sowohl neuer als auch schon vorher am Amiga genutzter Platten, die Sie in jedem Fall beachten sollten. *** Einbinden einer neuen Platte Um eine Platte anzumelden, müssen die Plattendaten in den ersten Sektoren der Platte abgelegt werden. Auf dem Amiga verwendet man hierzu ein standardisiertes Format mit dem Namen Rigid Disk Block (RDB). Eine Platte wird eingebunden, indem man zunächst die Plattendaten abfragt und diese im RDB abspeichert. Der nächste Schritt ist die Einteilung der Platte in Partitionen. Dies sind logische Unterteilungen für eine Platte, so daß auf einer physikalisch großen Platte mehrere logische kleinere Platten eingerichtet werden können. Dies ist im Allgemeinen nur bei sehr großen Platten oder bei der Zuteilung eines logischen Laufwerks für eine einzige Aufgabe sinnvoll. Partitionen haben den Vorteil, daß Datenfehler einer Partition, wie z. B. Schreib/Lesefehler, Prüfsummenfehler oder dergleichen, die Daten anderer Partitionen nicht beeinflussen. Der Nachteil der Einteilung in Partitionen ist, daß diese Einteilung nicht dynamisch (wie die Verzeichnisgrößen innerhalb einer Partition) ist. Sie müssen sich schon beim Einrichten der Partitionen überlegen, wieviel Speicherplatz Sie benötigen werden. Ein nachträgliches Ändern der Partitionsgröße ist zwar nicht gänzlich unmöglich, aber mit viel Arbeit verbunden. Am Ende der Beschreibung von SCSIConfig finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einbinden sowohl neuer als auch schon vorher am Amiga genutzter Platten, die Sie in jedem Fall beachten sollten.